Cao de Fila de Sao Miguel
Geschichte der Rasse
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Antonio Jose Amaral von den Azoren hat die Zucht  mit der Stammutter Corisca gegründet, die 1982 mit der Nr. 1 registriert worden war und das Vorbild für den Rassestandard darstellte. Vier Jahre lang fuhr Antonio Jose Amaral mit einer Tierärztin Wochenende für Wochenende über Land, fotografierte und vermesste die Filas und wenn sie für typisch befunden wurden, erhielten sie eine Registriernummer und die Empfehlung, einen ebenfalls reinrassigen Partner für die Zucht zu wählen. Tatsächlich gelang es ihnen den Stolz der Viehzüchter auf ihren Fila zu wecken und somit alte Tradition und wichtiges Kulturgut zu erhalten. 1981 wurden auf der ersten Ausstellung elf Filas vorgeführt. Das Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei konnte von der Idee der Erhaltung dieser alten Rasse gewonnen werden und schließlich wurde der Fila de San Miguel 1984 vom portugiesichen Hundeverband offiziell mit dem von Antonio Jose Amaral erstellten Standard anerkannt. Antonio Jose Amaral hilft Viehzüchtern bei der Deckrüdenwahl und begutachtet Welpen, reicht die Unterlagen für die Ausstellung der Ahnentafeln weiter. Neben den Bauern gibt es inzwischen auch Hobbyzüchter, denn der Fila ist ein gefragter Hund. Für den Viehzüchter bedeutet ein guter Wurf viel -man tauschte früher die Hunde untereinander aus; heute noch erzielt man mit einem guten Welpen ein ganzes Kalb! Die Welpen der Hobbyzüchter finden ihre neue Heimat als Wach- und Schutzhunde.


Auf den Azoren gab es 1991 ca. 250 registrierte Filas de San Miguel. Man arbeitete daran aus dem derben Bauernhund ein Haus- und Familienhund zu machen und somit mehr auf die heutigen Bedürfnisse einzugehen, ohne jedoch die Qualität als Arbeitshund zu vernachlässigen. Der Fila soll derb, hart im Nehmen und widerstandsfähig bleiben. Er wird oftmals noch auf der Weide geboren und dort auch begraben. Er teilt das Tagwerk mit dem Hirten genauso wie seine Vesper, die aus Brot, getrocknetem Fisch und frischer Milch besteht. Der Fila de San Miguel hilft ihm dafür beim Treiben und Heranholen der Kühe. Er kann auch hervorragend mit Schafen, Ziegen und sogar Schweinen umgehen. Wichtiger ist aber sein Wach- und Schutzinstinkt. Denn, wo ein Fila Wache hält, wird mit Sicherheit nichts gestohlen!


Erstaunlich ist jedoch das Wesen dieser Hunde. Der typische Fila ist wendig, greift blitzschnell an und weicht wieder aus. Er kneift das Vieh nur in die Hacken, denn keinesfalls darf er zubeißen und das empfindliche Euter verletzen. So liegen Angriff und Rückzug eng beieinander. Aggressionen bauen sich blitzschnell auf, aber auch wieder ab. Der Hund unterscheidet sehr fein zwischen Gefahr und neutraler Situation; er wandelt sich von einer Sekunde zur anderen vom braven Vierbeiner zur tobenden Bestie und umgekehrt. Er ist selbstsicher, bellt nur selten, wenn es unbedingt nötig ist. Er begegnet Fremden neutral aber wachsam. Der Fila San Miguel ist sehr gelehrig und klug, er arbeitet gerne und ist führig und lenkbar. Er muss auf Entfernung auf Pfiff und Fingerzeig gehorchen können, sonst wäre er nutzlos für die Arbeit mit dem Hirten. Der Fila de San Miguel ist ein Hund, der tief beeindruckt; seine muskulöse Kraft, dabei das elegante federnde Gangwerk, das selbstsichere Auftreten ohne Nervosität oder unangebrachtes Misstrauen, die Anhänglichkeit an seinen Herrn , die Gehorsamkeitsbereitschaft- das alles macht diese urige Rasse zu einem faszinierenden Begleithund, wenn man mit ihm umzugehen weiß.



1990 sind die ersten drei Filas de San Miguel von den Azoren nach Deutschland verkauft worden. Inzwischen gibt es nach unserem Wissen Züchter in Portugal, Frankreich, Dänemark und Finnland. 

Zur Zeit leben in Deutschland weniger als 20 Filas de San Miguel.